weiter mit “Hackjansbend”: Hier kann jeder seine Geschichte erzählen oder über Geschichte berichten  Roetgener Dorf-Geschichte und Geschichten
HeuGeVe-Roetgen
Dieser wurde auch als "Jänne Pieter" bezeichnet und sein Gehöft als "Jänne Pieters Höffchen". Deshalb wurde diese Straße damals (1864) bei ihrem Ausbau mit "Jänne-Pieter-Straße" oder "In den Sträuchern" bezeichnet. Dabei wurde die Straße um das "Höffchen" (siehe 51 in der Karte) herumgebaut. Der Name "Jänne" bedeutet, dass der Träger der Nachfahre eines "Jänne" (vielleicht von Jan (?)) war. Das ist zumindest ein Hinweis auf den "Jan" in "Hackjansbend". Über die Bedeutung des "Jänne" gibt es jedoch bei Cosler keine Informationen.     Alle Straßen in unserem Interessengebiet wurden von 1855 bis 1864 zu "Chausseen" ausgebaut. Nirgendwo in diesem Gebiet wurde jedoch irgendwo der Name "Hackjansbend" erwähnt. Wenn Sie wollen, können Sie in Coslers Lexikon auf unserer Webseite  die Details unter folgenden Stichworten nachlesen: Bend Glaubensspaltung Krott Straßen und Wege Sträucher Unter "Plan des Dorfes Roetgen" finden Sie Karten und unter Punkt 51 eine Beschreibung zu "In den Sträuchern".     Obwohl unsere Suche nach dem Flurnamen "Hackjansbend" bisher erfolglos war, hat Cosler doch noch eine Überraschung für uns: Im Lexikon unter "Thelen" wird beschrieben, wie Pfarrer Thelen (†1845) einen Bauplatz für die neue Kirche sucht, und da taucht ein Flurname auf, der sehr ähnlich klingt, nämlich "Hachjann's Bend".     So wurde der Schulhof bei der alten Kirche (Nähe Marienkapelle) damals bezeichnet. Er war eine Zeitlang der Favorit der möglichen Baugrundstücke für die neue Kirche und war damals in aller Munde. Dieser Name ist unserem Begriff sehr ähnlich. Wenn man Coslers Originalschrift anschaut, so könnte man auf die Idee kommen, dass das "h" an 4. Stelle eigentlich ein "k" ist, zumal der geschriebene Buchstabe dem "k" in der Deutschen Kurrentschrift  wesentlich ähnlicher ist als dem "h". Aber mindestens zwei Transkribtoren meinten es sei ein "h". "Hach" bedeutet so viel wie Axt oder Beil , so dass beide Begriffe sicher eine ähnliche Bedeutung haben. Manchmal werden jedoch in alten Schriften Eigennamen in lateinischer Schrift geschrieben. Das könnte hier zumindest teilweise der Fall sein.     Warum jetzt auf unserer Flurkarte der Name "Hackjansbend" vorkommt, der aber sowohl in der Geschichte als auch bei den alten Anwohnern für diese Stelle unbekannt ist, bleibt ein Rätsel. Da an anderer Stelle ein sehr ähnlicher - wenn nicht der gleiche - Name auftaucht, vermute ich, dass der Zeichner der Flurkarte sich geirrt hat. Ich glaube nämlich nicht, dass dem Hermann Josef Cosler ein so prägnanter Name entgangen wäre. Unabhängig ob Irrtum oder nicht, wäre es besser gewesen, dem neuen Bebauungsgebiet den Namen "In den Sträuchern" zu geben, denn das scheint mir der historisch richtige Name für dieses Gebiet zu sein. Nach Cosler hat dieser Name auch einen Sinn, denn es wuchsen damals sehr viele Sträucher dort.                              rowi
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