Berichte aus Roetgen und seiner Umgebung  Roetgener Heimatkunde
HeuGeVe-Roetgen
Martha Reinartz macht sich Gedanken über den Namen Rakkesch: Dieser Aufsatz erschien im Jahrbuch 1991 “Das Monschauer Land”. Mit freundlicher Genehmigung des “Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V.” können Sie ihn hier noch einmal nachlesen.
Roetgen zählt zu den jüngsten Gemeinden des früheren Kreisgebietes. Urkundlich wurde sie nach neuesten Erkenntnissen von Hans Steinröx zum ersten Mal 1475 erwähnt. Unsere Waldungen - einschließlich der nach dem Zweiten Weltkrieg an Belgien abgetretenen Flächen - gehörten somit zum Oberwald. Ein Forstmeister mit Sitz in Konzen, dem mehrere Förster und Vorförster zur Seite standen, nahm die forstrechtliche Verwaltung wahr. Da zu diesen Zeiten die Wälder in Hutungen oder Hoedtten 2  eingeteilt waren, wurden die Förster für die jeweiligen Hutungen benannt, nicht also nach den zuständigen Ortsnamen. Teile unseres Roetgener Waldes bildeten die Rackerscheider Hutungen. Nach meinen Feststellungen, die sich u. a. auf einen Artikel von Johann Röntgen (Breinig 3 ) beziehen, wurde am »12. Juny 1683« Peter Coßlar aus Harnbach von »Johann Wilhelm Pfaltzgraf bey Rhein« zum »vorforstern vnndt forstern auf der Rackerscheider Hoeden« bestellt. Sein Vorgänger Johann Stollwerks war seines hohen Alters wegen aus dem Forstdienst ausgeschieden. Eine Photokopie der Urkunde, woraus der Wortlaut der Bestellung entnommen ist, befindet sich laut Röntgen in Privatbesitz. Entsprechend wurde schon vor Jahren auf einen Antrag hin im Fremdenverkehrsausschuß der Gemeinde Roetgen beschlossen, den zweiten vom Roten Weg aus zum Waldplatz Rakkesch führenden Zugang »Rackerscheider Weg« zu nennen.
Rakkesch -- Rackerscheid von Martha Reinartz, Roetgen
Nach wie vor ist der Waldplatz »Rakkesch« Ziel vieler Wanderer und Spaziergänger in unseren Eifelwäldern, auch wenn organisatorischer Schwierigkeiten wegen das beliebte Waldfest der Roetgener Vereine dort nicht mehr stattfinden kann. Schon viel ist über den einmalig schön gelegenen Waldplatz Rakkesch (Rackesch), dessen Jahrhunderte alte mächtige Buchen und Eichenbäume bei jedem Besucher einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, geschrieben worden. Weit und breit findet man seinesgleichen nicht. Unklar blieb allerdings: Woher kommt der Name »Rakkesch«? Früher gehörten unsere Waldungen, wie bekannt, dem sogenannten Reichswald an. Dieser war unterteilt in Ober- und Unterwald. Konzen war die Verwaltungszentrale des Oberwaldes, Düren die des Unterwaldes 1 . Seit hunderten von Jahren umfaßte der Oberwald fast das ganze Waldgebiet des früheren Kreises Monschau, wo nach und nach größtenteils durch Rodungen die einzelnen Gemeinden entstanden.
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